Manchmal mag man seine Wohnung nicht, findet sie hässlich oder schlecht eingerichtet, hat aber nicht die finanziellen Möglichkeiten das zu ändern. Vielleicht ist auch viel zu reparieren und man hat keine Lust dazu, fragt sich wozu das gut sein sollte. Oder man würde gern wo ganz anders hin ziehen, weil einem die Umgebung nicht gefällt, ist aber noch durch den unterschriebenen Mietvertrag geknebelt. Vielleicht scheint die Wohnung zu alt und man würde viel lieber einen Neubau bewohnen, wenn sich die Möglichkeit bieten würde.
Und doch ist es genau die Wohnung, die man sich irgendwann aus irgendwelchen Gründen ausgesucht hatte… vielleicht ohne zu bedenken wie langfristig man sich da festlegt…
Vor Vertragsende raus aus der Wohnung durch absichtlich angerichteten Schaden? Vielleicht gar bewußt irreparablen Schaden?
Oder einfach versuchen das bestmögliche aus der Wohnung zu machen?
(Ja, ich meine mit der Wohnung… den Körper)





Solange er nicht allzuviel Gewicht zulegt (Körperschemastörung ahoi) und einigermassen tut, was er soll – wird er ignoriert – seit November kriegt er jede Woche eine Massage – mal schauen bis wann ich es durchziehe.
also erstmal bin ich extrem froh, dass mein körper noch eine mobilie ohne “im” davor ist, mit der ich im bedarfsfall relativ einfach die umgebung wechseln könnte, wenn ich das so beschlösse ;o)
aber balkönchen vergrößern, erker begradigen, dachflügel anlegen und dergleichen find ich blöd – wahrscheinlich aber nur, weil der dort verspürte leidensdruck nicht wirklich einer ist für mich. manche/r mag’s ganz legitim brauchen, um sich besser zu fühlen, zurecht zu finden, glücklich zu werden – darüber versteige ich mich nicht urteilen und kann es eigentlich gut akzeptieren. lediglich in frühen zeiten des hineinwachsens oder einwohnens, als der neidische blick in die nachbarschaft zur selbstfindung gewicht hatte, erinnere ich mich an ein oberflächliches genörgele. wegen vermeintlich falscher dachdeckung, raumhöhe, fenstergröße, gardinenlänge, fassadenanstrich und -textur etc. (fällt mir nicht so ganz leicht im angebotenen bild zu bleiben *gnä*). andererseits habe ich kürzlich erst einen drohenden rohrbruch operativ reparieren lassen, so gut es eben ging. hätte auch schief gehen können. ist aber nicht. dem himmel sei dank! ganz großer und tiefer von herzen.
mit den jahren weiß man die eigenen vier wände dann doch zu schätzen, meine ich.
wenn’s nicht von fall zu fall doch ganz dicke kommt und nix zusammen zu passen scheint.
das dach über’m kopf ermöglicht ja erst die individuelle inneneinrichtung. wie willste dein innenleben dekorativ und wohnlich unter ‘ner brücke drapieren? ich kann mir nur sehr vage vorstellen, wie es ist, im pappkarton hausen zu müssen, wo mir beispielsweise ein elchmöbelkatalog lediglich als kopfkissen dienen könnte. inhaltlich böte dieses altpapier doch höchstens stoff für traurige träume, vielleicht schmerzliche sehnsucht.
dass man sich über die menschen-lebenslang-fristige vertragsbindung nicht klar ist, wage ich mal zu bezweifeln. denn das bewußtsein vor der individuellen menschwerdung dürfte doch ein ganz anderes, wahrscheinlich nicht vergleichbares sein, wenn es überhaupt eins ist. in meiner vorstellung ist der abschluß des vertrags, wie anschließender bezug des eigenheims – (mietwohnungen mit parteienvielfalt oder wohngemeinschaften sind ja nicht die regel, zum glück – naja, wie man’s nimmt – zumindest komme ich mit den zu übertragenden details dabei grade ins schleudern) – ja nicht von kleinanzeigen oder maklerangeboten abhängig, sondern von notwenigkeiten bestimmt. und zwar solchen, über die wir uns, hier und heute wohnend, nur unzureichende vorstellungen machen können, weil, mal ganz platt vereinfacht, das flachdach überwiegend architektonisches programm für unsere oberstübchen ist, unter dem die enorme komplexität dieser angelegenheit kaum anschaulich unterzubringen ist.
*himmel, machst du’s mir grad schwer ;o)* – zum sternförmige pickel unterm grinsen kriegen. *gnä*
überhaupt hinkt das vertragliche im vergleich etwas. am ende ist die bezogene hütte doch eh abgewohnt. da zieht nach dir doch niemand mehr ein, es sei denn organischen abbau betreibende organismen, egal wie schonend du mit der recource umgegangen bist. oder eben auch nicht. auf die grundsätzliche qualität der bausubstanz hat man auch keinen wirklichen einfluß mehr, nach unterschrift.
naja und vorher, wie gesagt, geht’s, so glaube ich zumindest, nicht nach eitlen wünschen und dünkel, sondern bloßer bedürftigkeit. weil jede seele entwicklungsbedarf hat und dafür voraussetzungen erfüllt sein müssen … mit denen sich mensch zu arrangieren hat. worin die entwicklung dann wohl auch vonstatten geht, in der findung des arrangements. und der möglichkeiten sind viele, das ziel zu erreichen – das ziel kann aber nur eins sein: entwicklung der seele am irdischen dasein. in der jeweiligen behausung.
*uff*, was für poussierliche denkspielchen zettelst du doch mal eben an.
)
da knarzt das gebälk leise vor sich hin. und das ganz schön langzeilig.
hast du das wirklich gewollt?
*klönk*
@ Anu: Massage ist eine feine Sache… Kann gleichzeitig lockern, kräftigen und den Stoffwechsel in nette Bahnen lenken wenn sie richtig gemacht wird. Tut ganz gut von Zeit zu Zeit :O)
@ catnip (*ggg): Ja! Wollte ich ;O) *klönk*
Schön daß der Rohrbruch behoben werden konnte, übrigens!!
Geschrieben habe ich diesen Beitrag nach einem Tag mit Leben und Tod, mit Gedanken über beides. Sterben scheint derzeit sehr in Mode zu sein… An jenem Tag wurde ein Kindheitsfreund, den ich von meinen ersten Lebenstagen an kenne beerdigt. Sein Gesundheitszustand zu Lebzeiten zerrten diese Gedanken aus meinen Tiefen hoch…
Was nun persönliche Häuslichkeiten angeht – die waren mir früher auch teil-wichtig.
Nach meiner Sepsis 2007 gingen mehrere Abriß-Firmen ans Werk. Die Dachbedeckung wurde fast gänzlich abgetragen, Die Grundmauern gerieten teilweise in Schieflage. Die Rückseite des Hauses sah aus wie glattgebügelt und der Balkon wurde vollständig abgetragen. Nur noch zwei Schrauben zeigten daß da mal ein Balkon war. Die Hausbewohnerin war etwas depressiv gestimmt – allerdings nicht nur wegen der baulichen Veränderungen sondern auch weil ihr kurzfristig der Mietvertag gekündigt worden war und sie dann doch wieder einziehen konnte. Seit damals kann ich mein Haus so nehmen wie es ist… mit schrägen Wänden, inzwischen wieder neu gedecktem Dach, kleinerem Balkon, zu großem Gesichtserker und (dank Wechseljahre) einem groben Rauhputz außen… und mit allen Geistern die darin herumspuken… Bei mir gibt es wohl mehrere Parteien (*gg) und anscheinend auch einen Untermieter.
Wenn mir doch mal wieder irgend etwas nicht in den Kram passt stelle ich mich vor den Spiegel und schelte mich selbst eine blöde Kuh (obwohl die Kühe ja garnichts dafür können) und dann ist wieder gut ;O)
Ich würde gegen keine Luxusvilla und auch nicht gegen einen Karton eintauschen wollen was ich da bewohne.
Immerhin bewohne ich die Villa Kunterbunt… die passt zu mir ;O)
hatte ich mir schon gedacht, dass der beitrag einen ernsteren hintergrund hatte und von einem aktuellen geschehen getriggert wurde. du bist ja eine mit wachen sinnen, die sich bewegen lässt, von dem, was sie erfährt, was mich dich auch so gerne lesen lässt, und ich hoffte irgendwie, es sei ein, nun, irgendwie trivialerer anlass gewesen, der dich bewog solches bild zu finden. weil mir dein text in diesem sinne leicht genug schien, mochte ich darauf einsteigen, um zu der angebotenen architektur meine spontanen konstruktionen zu erläutern.
nun war dein auslöser doch ein sehr ernster, trauriger.
vom sterben deines freundes zu hören, tut mir wirklich leid, liebes katzenkraut.
wenn ich das gewußt hätte, hätte ich wohl anders und anderes formuliert – ich merke ja, wie meine gedanken nun unwillkürlich zu ganz persönlichen erfahrungen mit tod und sterben von mir nahestehenden menschen wandern -. insofern finde ich es richtig gut, dass du so eine leichte und offene plattform in der umschreibenden idee gefunden hast, von der sich meine phantasie unmittelbar angesprochen fühlte. aber das ist, vielmals bewiesen, sowieso ein beachtliches talent von dir. du findest oft so klasse bilder, die vieles zulassen. wollte ich an dieser stelle mal kundtun, du villa kunterbunt bewohnendes luftfeuerwerk ;o) btw. ich bin wohl ein feuerwasser mit viel luft in der flasche, insofern erkläre ich mir ein gewisses schwingungsgrundverständnis zwischen uns. das ich sehr angenehm finde. sonst würde ich dich wahrscheinlich kaum so vollquatschen …
und du bringst selbsterfahrungshintergrund mit, meine güte. schön, dass die wohnsache sich noch nicht erledigt hatte und du weiterhin spiegel schelten kannst, wenn’s not tut. übrigens, was mich oben bildlich ins schleudern brachte, war genau die irgendwie recht ungewöhnliche bevölkerungsdichte deiner villa, die du hier ja als bekannt voraussetzen kannst. bei mir sind alle gefährten ausgezogen, nachdem ich in den kindergarten zwangsrekrutiert wurde. ich erinnere mich deutlich an diese traurige kündigung, die ich vor mir selbst durchsetzen musste, weil ich nicht aufrecht erhalten konnte, was mich weniger liebenswert zu machen schien. ich war ja erst halb fünf oder so. und die zeiten waren hart für das häkchen des nestes. nur das innere glöckchen haben sie mir da gelassen, als wir abschied feierten und es funktioniert heute noch. meistens jedenfalls. ausnahmen gibt’s wohl immer mal im leben. man, was hab ich damals geheult, wasser und land, taschentücher und ärmelbündchen voll. – und schon wieder bastelt sich mir unerwartet ein zusammenhang zum noch nicht fertig geschriebenen bärentraum von neulich. nee, wat biste doch inspirativ to me
so, der morgen schleicht sich gleich ins licht. ich hol mal das zweite schnurrmädel vom nachtspaziergang rein und bereite uns ein kleines frühstück. die andere kuscheltante schnarcht schon neben mir.
leise, leise, *klönk* damit wir sie nicht wecken.
*klönk*
Der Kommentar war schon richtig so ;O)
Mein Umgang mit dem Sterben ist ein etwas… lockerer. Körper tot heißt für mich nicht: alles aus. Allerdings gibt es auch mir einiges was mir am Sterben Anderer zu schaffen macht. Natürlich der Verlust der Schulter, die man klopfen kann, des Armes in den man sich hängen kann, der Hand die man schütteln kann und die mal abwinkt, mal tröstet, mal diskutierenderweise wild fuchtelt… Aber auch der Schmerz der Hinterbliebenen.
Die Stimme von manchen Verstorbenen höre ich ab und zu… als Wortfetzen. Wohl eine Assoziation meines Gehirns: du spürst die Anwesenheit von…dieser oder jener Person… und hast folgerichtig dessen/deren Stimme zu hören wenn er/sie dir was sagen möchte. Auch sehe ich öfter Gesichter lieber Verstorbener, lächelnd. Auch dies halte ich für eine Assoziation.
Bei mir geht viel über’s spüren statt über’s sehen. Das geht so weit, daß ich bei manchen Menschen -obwohl ich gern mit ihnen zusammen bin- nicht sagen kann was für eine Augenfarbe sie haben – aber ich kann genauestens beschreiben wie sie sich anfühlen. Und das meine ich nicht körperlich sondern… irgendwie energetisch… oder so…
Und dann noch: eine leergeräumte Villa… Das ist schade *seufz*
nochmal *klönk* ;O)