Als Kind sah ich ihn als Schatten, hauptsächlich als Spiegelung in Glas. Aber auch nachts im Dunkel des Zimmers als noch dunkleren Schatten, neben meinem Bett kauernd. Ich konnte fühlen, daß ich angesehen wurde. Und starrte meinerseits den Schatten an. Damals war mir das nicht ganz geheuer. Trotzdem fühlte ich mich unwiderstehlich angezogen und konnte meinen Blick fast nicht mehr abwenden. Seltsamerweise erzählte ich meinen Eltern erst davon als ich schon längst erwachsen war.
Je älter ich wurde, desto seltener konnte ich ihn – oder besser gesagt seinen Schatten – sehen. Ich war mir jedoch stets bewußt, daß er bei mir war. Fühlen konnte ich ihn immer. Ich fühlte mich immer noch, wie in meiner Kindheit, von irgend etwas umhüllt. Da ich eigentlich ein sehr neugieriger Mensch bin, wundere ich mich im Nachhinein, daß ich nicht auf die Idee kam ihn anzusprechen.
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